Anachronismen und Diskrepanzen | Italienische Kunst von den 1980er Jahren bis heute
Kuratiert von Margherita de Pilati, Ivan Quaroni
Die Ausstellung zeigt, wie sich ein bedeutender Teil der italienischen Kunst in den letzten vierzig Jahren dafür entschieden hat, scheinbar „gegen die eigene Zeit“ zu arbeiten und dabei eine unregelmäßige, bruchhafte oder bewusst anachronistische Beziehung zur Geschichte einzugehen.
Nach der konzeptuellen Phase rückte die Transavantgarde zwischen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre die Malerei und die figurative Kunst wieder in den Mittelpunkt. Künstler wie Chia, Cucchi, Clemente und Paladino führen Erzählung, Mythos und das Archaische wieder ein: nicht als Nostalgie, sondern als Reaktivierung eines ikonografischen Repertoires, das im kulturellen Gedächtnis Italiens verankert ist. Auf diesen Wendepunkt folgt die Erfahrung der Anacronisti, die sich der Vergangenheit mit einem noch klareren Ansatz nähern: einer Rückkehr zur Form, zur klassischen Komposition und zu einer Malerei, die einer anderen Epoche anzugehören scheint.
Seitdem haben viele Künstler Formen einer verschobenen Zeitlichkeit entwickelt. Im Zeitalter des Digitalen und des Hyper-Gegenwärtigen hat sich diese Aufschiebung zu einem weit verbreiteten Zustand gewandelt: Werke, die weder ganz zu gestern noch zu heute gehören, befinden sich in einem Zwischenbereich, in dem das ikonografische Gedächtnis ständig neu zusammengesetzt, unterbrochen oder verlangsamt wird.
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