Vom Gewehr zum Bleistift

Ausstellung

Während des Ersten Weltkriegs verspürten Millionen von Soldaten das Bedürfnis, die Schrecken und den Alltag an der Front durch Texte und Zeichnungen festzuhalten. Die Ausstellung „Vom Gewehr zum Bleistift“, kuratiert von Sara Visintainer und Andrea Casna in Zusammenarbeit mit dem Verein „Forte delle Benne“ aus Levico, beleuchtet diesen wenig bekannten Aspekt des Konflikts und erzählt Geschichten von einfachen Männern, die Bleistifte und Federkiele zu Werkzeugen der Erinnerung und des Zeugnisses machten.

Der Erste Weltkrieg war ein katastrophales Ereignis, das die europäische Gesellschaft nicht nur auf geopolitischer und sozialer, sondern auch auf kultureller Ebene verändert hat. In diesem Kontext verspürten viele Soldaten das Bedürfnis, den Schrecken und den Alltag an der Front zu dokumentieren. Die Idee zur Ausstellung entstand mit der Absicht, die Rolle zu untersuchen und zu verstehen, die die von Künstlern und einfachen Soldaten geschaffenen Bilder im Laufe des Ersten Weltkriegs gespielt haben.

Im Laufe des Ersten Weltkriegs haben Millionen von Soldaten ihre Erfahrungen schriftlich festgehalten. Der Soldat an der Front schrieb nicht nur über seinen Alltag, sondern hielt seine Erlebnisse auch mit Feder oder Bleistift in Zeichnungen fest – ein Aspekt, der, abgesehen von den „berufsmäßigen“ Künstlern, in vielen Fällen wenig Beachtung fand, da der Schriftliche Darstellung der Vorrang eingeräumt wurde.

In dieser Ausstellung werden digitale Reproduktionen gezeigt, die aus den Archiven der Fondazione Museo Storico del Trentino und des Museo Storico Italiano della Guerra in Rovereto sowie aus dem Privatbesitz von Herrn Franco Margon aus Novaledo stammen. Es handelt sich um Zeichnungen, die Soldaten während des Krieges angefertigt haben und die in vielen Fällen die Seiten von Tagebüchern oder Memoiren schmücken und ergänzen. Die Autoren sind fünf Künstler, zwei italienische Soldaten und drei Soldaten aus dem Trentino in österreichisch-ungarischer Uniform, die ihre Kriegserfahrungen durch verschiedene Formen der Kunst und der Schrift dokumentiert haben.

Die Bereiche der Ausstellung: fünf Stimmen von der Front

Die Ausstellung präsentiert die Werke von fünf Autoren, von denen jeder seine eigene Geschichte und seine eigene Bildsprache hat: Die Trentiner Franchini, Valle und Cicona dokumentieren die österreichisch-ungarische Front zwischen Schlachten, Krankenhäusern und Gefangenschaft.

Neben den Zeichnungen dieser Soldaten sind die Werke zweier professioneller Künstler zu sehen: Pietro Morando und Anselmo Bucci. Ersterer untersucht in seinen Zeichnungen das tiefe Leid der italienischen Infanteristen und Kriegsgefangenen. Bucci schließlich vervollständigt den Rundgang mit Kaltnadelradierungen über den Alltag der Freiwilligen.

Zusammen bieten diese Werke eine vielstimmige und bewegende visuelle Erzählung der Kriegserfahrungen an den verschiedenen Fronten und regen zum Nachdenken über unsere von zahlreichen Konflikten geprägte Gegenwart an.

Kosten

Eintritt frei